Unfassbar. Das ist über 5 Minuten schneller, als im letzten Jahr. Die Latte für’s nächste Jahr wäre damit allerdings sehr hoch angelegt.
Dieses Jahr gab es sensationell gutes Wetter mit einer Warmwasseralster, auf der die Schwimmstrecke vielleicht ein paar Meter zu kurz bemessen war, wieder mal ein geliehenes Rad, was Zeit und Kraft geschenkt hat, endlich mal effiziente Wechsel und eine Superunterstützung durch die Familie am Rand.
Ich komme nicht dran vorbei. Seit ich wieder CD-Käufer bin, muss ich bei einem neuen Album von Eminem reflexartig probehören – am Statiönchen im Satürnchen. Ich weiß, es gibt auch Internet, aber da vergesse ich das immer. Oder bin nach 5 Sekunden unkonzentriert.
Und wenn er mir dann die ersten Brocken um die Ohren haut, tada, ist die Platte im Prinzip schon gekauft. Besser so, denn – skip, skip, skip – kriegt man recht schnell eine Ahnung. dass die Platte mal wieder kein Meisterwerk sein wird. Aber was soll’s, das blende ich dann einfach zack zack aus, skip eventuell nochmal zurück, ach ja, da ist es wieder, deshalb will ich die Platte haben. Beim Vorgänger Relapse hatte diese Vorgehensweise noch zu rausgeworfenem Geld geführt. Zu verrückt, zu finster, zu böse – zumindest für mein zartes Gemütchen. (Das kann man auch nicht zusammen mit den Kindern hören.)
Nun die nächste Chance. Auch nach 5 mal hören hab ich noch kein klares Bild; so voll ist die Platte mit Überraschungen. Bizarr, was da miteinander vermengt wird. Sprachlos machen die Gegensätze zwischen den harten Raps und den cheesigen Sing-Sang-Refrains. Dido in Potenz. Und bei jedem Hören wieder neue Wows und Oh-Mein-Gotts. So kann’s weiter gehen. Hiphop 2029.
Gestern mit Unterstützung durch meine Schwimmtrainerin zum ersten mal am Stück 15m Freistil geschwommen. Dann musste ich atmen. Das kommt aber erst beim nächsten mal dran. Und dann nicht wieder in diesem Plantschbecken in Volksdorf, wo sich die ganzen Omis und Schülerinnen über mich belustigen.
Im Taumel der letzten Wochen über dieses Juwel gestolpert (bei Anke Gröner). Da ist zum einen die irrwitzige Idee, einfach mal so ein Elfmeterschießen eines WM-Halbfinals irgendwie in urbanen Umgebungen nachzuspielen und das dann auf Splitscreen nebeneinander abzuspielen. Die Umsetzung ist großartig. Witz, Charme, Handwerk – tolle Ideen und Bilder.
Auf der anderen Seite ist es auch die Erinnerung an damals, die das für mich so faszinierend macht. Spanien 1982 war meine WM-Initiation. Aus mir nicht mehr erinnerlichen Gründen hatte ich von Anbeginn eine große Abneigung gegen Brasilien. Und ebenso unklar ist meine damalige Sympathie für Italien. In der Zwischenrunde (was für ein Relikt) kam es dann zum direkten Aufeinandertreffen, nachdem beide Argentinien besiegt hatten, bei dem das Erwachsenwerden des Superstars noch ein bisschen aufgeschoben worden war. Ich war zu dem Zeitpunkt im Trainingslager und so sah ich das Spiel zusammen mit um die 20 anderen Jungs. Und ich war der einzige, der einzige, der einzige, der für Italien war. Das war der Gipfel meines Nonkonformismus – danach ging es bergab. Mit jedem Tor, das Rossi schoss, wurde die Stimmung ungemütlicher, insbesondere für mich, ich war ja immer einer der Schmächtigen. Damals wurde aber nur auf die Oberarme gekloppt. Das war angesichts des italienischen Sieges zu verschmerzen.
Vor dem finalen Triumph gab es dann aber noch mal einen heftigen Dämpfer – eben jenes Halbfinalspiel Frankreich gegen Deutschland. Ich war glühender Gegner der deutschen Mannschaft (damals BRD), hier allerdings sind mir die Gründe noch sehr gut erinnerlich. Auch mit dieser Passion hatte ich es nicht leicht, denn ein Großteil der Mitbürger hatte das mit dem Klassenkampf nicht so richtig verstanden. Oder ich das mit der Wiedervereinigung noch nicht. War ja auch noch ein paar Jahre hin.
Jenes Spiel sah ich nicht im Fernsehen, denn es war bereits Nachtruhe in einem Klassenraum einer Schule in Neubrandenburg, der mir und meinen Kumpels während der Bezirksspartakiade als Unterkunft diente. Die Luftmatratzen knarrten. Es war heiß. Die meisten waren aufgeregt wegen der kommenden Kämpfe am nächsten Tag. Und dann gab es diesen Kassettenrekorder mit dem schlechten Radio-Empfang, den die großen Jungs dabei hatten. Was für eine Tragödie.
Und das alles ist 28 Jahre her. Schluck. Für Deutschland bin ich seit der EM 2000. Meine Sympathien für Italien verlor ich noch vor 1990. Nur bei Brasilien hat sich nichts geändert. Wir werden keine Freunde.
Oder zumindest die Recordermaschinen programmiert. Arte zeigt in den kommenden Tagen den nächsten erfolgversprechenden Versuch gutes deutsches Fernsehen zu machen. Ich bin sehr gespannt.
Am Wochenende in Elternbegleitung (sic!) in die Matrix gestolpert und das große Zweifeln bekommen. Okay, das war in deutsch und hatte Werbung. Aber alle meine Aufklärungsbemühungen verliefen im Sande, hatte ich doch selbst den Glauben verloren. Mehr als 10 Jahre, ein paar Jobs, 2 Kinder, mehrere Auf- und Abstiege später hatte ich irgendwie nicht mehr in Erinnerung, was für ein prätentiöser Scheiß das ist. Das ganze Introgelöt mit der Vorstellung der schlimmen Realität dauert gefühlte Stuuuuundeeeeeen. Unerträglich dieser selbstgefällig grinsend schwadronierende Morpheus Fishburne. Und der Keanu, was ‘ne Hupe.
Zur Selbstgeißelung am Folgetag noch in Reloaded reingeschaut. Bis dann endlich diese Tanzszene kommt. Boah. Diese wiederum hat mich damals schon prekär angewidert.
Muss ich wohl doch bei Gelegenheit alles noch mal in Ruhe ansehen.
Ich hatte die Foals irgendwie nie so recht auf dem Plan. Und nun hauen Sie uns hier so einen Hammersong vor den Latz. Da bin ich schon mal gespannt auf das neue Album.
Kino. Dreimal in einer Woche. Das gab es schon lange nicht mehr. Die Eltern hier machten es möglich; die ersten zwei. Beim dritten war ich dann ich doch mit mir allein und der 3D-Brille.
Die Friseusin gab es hier bei uns im Dorf in der Koralle. Heimatkino ist ja immer gut. Und den deutschen Film wollen wir auch gerne hoch halten. Pickepackevoll der Laden mit Leuten im mittleren Alter. Ich frage mich, wie die das wohl fanden. Lachen konnte man sicher zuhauf und auch nix gegen Sozialkritik und Aufzeigen der prekären Lebensumstände vieler Menschen dort bei uns in Mahrzahn. Schwer anzusehen waren aber doch die vielen expliziten Darstellungen des dicken nackten Körpers. Boah.
Entspannt zur besten Samstagnachmittagszeit dann in’s Streit’s, Hamburgs dediziertem OV-Tempel. Das Kino selbst, in dem ich, oh Gott, zum ersten mal war, ist endlich mal wieder eines mit Atmosphäre. Und auch Up In The Air enttäuscht kein bisschen. George Clooney so wie wir ihn sehen wollen. Großartige Bilder, schlaue Dialoge, umwerfende Musik. (Ich denk’ ich hör nicht recht: Elliot Smith)
Dann am Dienstag nach dem Kinder-ins-Bett-bringen allein los in’s Kontrastprogramm Avatar 3D. Die Startzeit 20:20 war günstig und ich genug später, so dass ich kaum noch Menschen sehen musste. Was’n Glück. Ich hatte ja im Vorfeld Sorge, schlimm gelangweilt zu sein. Und dann noch die öde Pause. Weit gefehlt. Keine Pause. Superfilm. Letzteres ist natürlich streitbar.
GELESEN: Harry Thürk – Die Stunde der toten Augen
GEHÖRT: Eels – End Times (und zwar rauf und runter)
GESEHEN: Lost Season 6 (bin skeptisch)
GETRUNKEN: immer noch zu viel
GEGESSEN: Zitronenhuhn, 3 mal
GEKOCHT: ich nur Curry
GEFREUT: über den ersten ausgefallenen Milchzahn
GEKNIPST: Schnee
GELACHT: über Guido Westerwelle
GEÄRGERT: Citizen Promaster
GEKAUFT: den ersten Judoanzug
GESPIELT: Hundetrainer und Wolfsvater
GEFEIERT: jeden Abend
Ich glaub, genau darum will ich die gar nicht in der ersten Liga haben. Dann gibt es nämlich mindestens 15 Spiele, die so ablaufen und 10, wo es noch viel schlimmer ist. Dann lieber im nächsten Jahr Hertha und Hannover ärgern.
Mittlerweile hat die Frau wieder das Management der Lovefilm-Ausleihliste übernommen. Das bringt thematisch und stilistisch einen gewissen Wandel mit sich, führt aber oft zu schönen Entdeckungen. So auch diesmal.
Nordsee ist Mordsee war mir vom Titel ja bekannt aber viel mehr wusste ich nicht. Ein großer Teil der Faszination entsteht aus den tollen Bildern von Hafen und Elbe. Auch wenn wir ja nun fast eher an der Ostsee wohnen, ist es doch irgendwie Heimat.
Bemerkenswert ist, wie universell die Themen prekäre Lebensumstände und die damit einhergehende Vernachlässigung von Kindern behandelt werden, so dass der Film heute, über 30 Jahre später, sehr aktuell wirkt.
Was hatte ich da nur gedacht? Plötzlich freier Abend. Weil die Frau ist irgendwo eingeladen und Kind 2 will nun auch einfach mit Kind 1 zusammen bei den besten Freunden übernachten. Also Kino. Selten wäre ein mobiles Internet so nützlich gewesen. So fahre ich auf dem Heimweg also nur auf Verdacht beim UCI ran. Die Parkplatz/haus-Situation ließ mich nichts gutes ahnen, aber da ist ja auch noch das Fitnessstudio. Sind die alle sportlich heute. Natürlich nicht. Im Foyer – kann man das noch so nennen – angekommen, mache ich nahezu auf dem Absatz kehrt. Ich halte das einfach nicht mehr aus. Diese Menschenmassen. Und viele sehen einfach so unsympathisch aus. Na ja, sind vielleicht nur jünger. (Ich hätte eventuell The Book of Eli sehen wollen. Demnächst dann auf DVD.)
Also noch beim Dorfkino vorbeigeschleudert, nur um festzustellen, dass Die Friseuse schon ausverkauft war – aber den will ich dann eh noch mit der Frau sehen.
Also Alternativprogramm zu Hause. 12 Uhr Mittags (High Noon) – endlich mal wieder ein Klassiker – zuletzt hatte ich den wohl vor über 25 Jahren gesehen hatte. Aber naja, naja. Wie das mit den Klassikern, gerade des Genre-Kinos, so ist. So boxt man eben nicht wirklich und man kann auch ruhig Gewehre mitnehmen, wenn man unterlegen in einen Kampf zieht und überhaupt. Aber der Aufbau der Spannung ist großartig (Echtzeit), die Musik sehr präsent (eventuell etwas zu rumpelig), der Opportunismus der ordentlichen Bevölkerung überragend in Szene gesetzt. Ein Wunder das wir das im Osten sehen durften. Hatte wahrscheinlich jemand falsch verstanden.
Jetzt noch ein bisschen The West Wing – immerhin schon Season 5. Ich schaff das noch…
Oh ha. Ich höre manchmal bei meiner Schreibtischtätigkeit Musik. An sich bin ich ja Alben-komplett-Hörer, hin und wieder wechsel ich dann aber doch mal zur Zufallswiedergabe des iPod. Und da ich ein schlechter Wiedergabelistenpfleger bin, muss ich dann auf die Alle-Titel-Liste oder den globalen Zufall zurückgreifen. Und hier wird es bedenklich. Mehr und mehr merke ich gar nicht mehr, naja, zumindest nicht mehr bei den ersten Sekunden, dass eines der Kinderlieder läuft. Denn die befinden sich ja auch auf dem Gerät. Mitunter höre ich ein komplettes Ritter-Rost-Lied und merke es erst ganz am Ende oder wenn Sie dann mit Sprache anfangen. Spricht hier vielleicht auch für den Ritter, denn bei Conni mit der Schleife im Haar, ist nach Sekundenbruchteilen Alarm.
(Und ja, ich weiß, dass man bei iTunes Tracks von der Zufallswiedergabe ausschließen kann. Mach ich auch. Irgenwann.)